Wachau-Chor Spitz gestaltet Gedenkkonzert in der Pfarrkirche Stein

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Beim Gedenkkonzert

(v.l.n.r.): Prof. Mag. Josef Hofer (Chorleiter Gleisdorf), Prof. Franz Haselböck, Mag. Claus Hamberger und Michael Koch. Dahinter der Wachau-Chor Spitz. Wachau-Chor Spitz

(Bericht: Wachau-Chor Spitz)  Im Jahr 2016 jährt sich zum 300. Mal der Geburtstag eines der bedeutendsten österreichischen Komponisten des 18. Jhdts.: Johann Georg Zechner, 1716 in Gleisdorf (Oststeiermark) geboren, wirkte ab 1736 als Organist in Stift Göttweig, dann als Musikdirektor an der Kremser Stadtpfarrkirche St. Veit. Nach seiner Priesterweihe konnte sich Zechner als Benefiziat an der Allerheiligenkapelle in Stein a. d. Donau 25 Jahre lang, bis zu seinem Tod 1778, ganz dem Komponieren widmen. Zechner schuf ein umfangreiches Werk, das rund 60 Messen, Oratorien, viele kleinere Kirchenkompositionen und Instrumentalmusik umfasst und in Abschriften in ganz Mitteleuropa Verbreitung fand. Bis heute sind jedoch nur ca. 10 Kompositionen im Druck erschienen und so geriet der bedeutendste Komponist, der je in der Region Wachau gelebt und gewirkt hat, nahezu vollständig in Vergessenheit.

Aus Anlass des besonderen Jubiläums organisierte und gestaltete der Wachau-Chor Spitz nun ein Gedenkkonzert mit Werken Zechners. Dieses fand am 13. November 2016 in der Pfarrkirche von Stein a. d. Donau statt, der letzten Wirkungsstätte des Komponisten.


Aus Zechners Geburtsstadt Gleisdorf war eine große Delegation rund um den Stadtpfarrer und den Kulturstadtrat eigens zum Konzert angereist, darunter das Zechner-Vokalensemble Gleisdorf, das unter Leitung von Prof. Josef Hofer eine Messe für Chor und Orgel aufführte.


Ein Vokalensemble des Wachau-Chores Spitz präsentierte mehrere wunderbare Motetten Zechners, die Michael Koch und Claus Hamberger in verschiedenen Klösterarchiven „ausgegraben“ hatten, und die nun erstmals seit rund 250 Jahren wieder zur Aufführung gelangten! Ergänzt wurde das Programm durch eine vom Instrumentalensemble des Wachau-Chores, der „Cappella Wachovia“, dargebotene Sinfonie Zechners. Höhepunkt des Programms war die Aufführung des Konzertes für Orgel und Orchester in F-Dur. Prof. Franz Haselböck spielte an der aus der Spitzer Kirche mitgebrachten tragbaren „Marienorgel“. Die Leitung der Spitzer Ensembles lag wie gewohnt in den Händen von Michael Koch.

 

Claus Hamberger berichtete zwischen den Musikwerken über das Leben und Wirken von J.G. Zechner, der selbst in Krems-Stein – wo er einst rund 40 Jahre lang gelebt hatte – heute nur ganz wenigen Menschen ein Begriff ist.

 

Die Besucher der bis auf den letzten Sitzplatz gefüllten Steiner Pfarrkirche zeigten sich begeistert vom vielfältigen und informativen Konzertprogramm und spendeten langanhaltenden Applaus. Dieser wurde vom Wachau-Chor mit einer besonders originellen, raren Zugabe belohnt, dem Scherzlied „Gehma haim oda nit“ – einer von nur drei erhaltenen weltlichen Kompositionen Zechners!

 

Die Mitwirkenden zeigten sich sehr erfreut über einige hochrangige Besucher: So war der wohl renommierteste österreichische Musikwissenschaftler, Prof. DDr. Otto Biba – er ist Direktor des Archivs der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien – eigens zum Konzert angereist. Er hatte das Konzert im Vorfeld sogar auf der Website des Wiener Musikvereins beworben!

Weitere prominente Besucher waren der Geschäftsführer der Kultur.Region.Niederösterreich, Prof. Dr. Edgar Niemeczek, der Kremser Gemeinderat Mag. Klaus Bergmaier in Vertretung von Bürgermeister Dr. Resch, Prof. Dr. Gregor Lechner, OSB, der Leiter der Sammlungen von Stift Göttweig sowie zahlreiche Chorleiter aus der Region.

Die Delegation aus Gleisdorf dankte den Spitzern für die ausgezeichnete Organisation und Programmierung des Konzertes und sprach die herzliche Einladung zu einem Besuch und gemeinsamen Konzert in der Oststeiermark im kommenden Jahr aus!

 

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28.11.2016

 Spitz ist zertifizierte Gemeinde

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